Am Samstag, den 16. Juli, startete ich bei der Salzkammergut-Trophy auf der Strecke A - auch einmal "Hölle und Zurück" genannt! Um 5:00 Uhr früh fiel der Startschuss über die 211 km und 7175 hm. Ein langer Tag lag vor mir. Aber auch ein Tag mit so vielen Impressionen, für die es sich lohnt, so eine Tortur auf sich zu nehmen. Ich startete nicht allein, auch meine Freundin Bea war mit von der Partie. Wir fuhren bis zur Hälfte des ersten Berges gemeinsam, wo wir noch ein wenig quatschten, bevor sich unsere Wege trennten. Kurz nach 6:00 Uhr und knapp 900 hm später war ich auf dem ersten Berg von insgesamt zehn angekommen, die es zu fahren gab. Die ersten Sonnenstrahlen waren schon zu sehen, im Tal der Nebel und hinter mir lag der Dachstein Gletscher in seiner vollen Pracht. Man kann sich vorstellen, was das für ein Gefühl ist. Um 7:15 Uhr erreichte ich die erste Labe, wo bereits mein Vater postiert war mit reichlich Verpflegung im Gepäck. Mittlerweile einen guten Tritt gefunden ging es Richtung Altaussee und Rettenbachalm. Hinunter nach Bad Ischl sind die bekannten Gamsöfen zu bewältigen, wo ich etwas Gas beim Bergabfahren herausnahm, denn: Ein kleiner Fehler und es geht ca. 100 Meter im freien Flug weiter. So fuhr ich immer Berg für Berg und horchte auf meinen Körper. Nach gut 9 Stunden Fahrzeit und 150 km hatte ich meine größten Befürchtungen: Der Hallstädter Salzberg lag vor mir. Dort gibt es auf 3 km knackige 600 hm zu bewältigen mit Steigungen bis zu 30%. Meine Befürchtungen haben sich erfreulicherweise nicht bestätigt und es ging immer noch gut voran. Dann kam der Schock. Ich hörte ein Summen und dann spürte ich schon den Stich in meinem Nacken, eine Biene hatte mich erwischt. Aufgrund meiner Bienenallergie habe ich gewusst: "Das war es für mich, leider kein finishen." Also setzte ich mich zur Seite, zog den Stachel heraus und kühlte mit Wasser meinen Nacken. Meine Notfallspritze war gut positioniert im Handschuhfach meines Autos. So schnell ändern sich die Prioritäten, denn ich weiß im Normalfall, wenn ich keine Hilfe bekomme falle ich eine gute halbe Stunde später um. Ich entschloss mich, gehenderweise auf den Weg zu machen, um doch noch die Labe auf der Rossalm und Hilfe zu erreichen. So war es auch. Eine Frau hatte zum Glück eine Insektensalbe dabei, die die Schwellung einigermaßen in Grenzen hielt. Da ich keine allergische Reaktion merkte, entschloss ich mich zum Weiterfahren. Zwar etwas gehandicapt aufgrund der Schwellung ging es wieder gut voran. Den letzten Berg nahm ich mit einem Lächeln im Gesicht in Angriff . So rollte ich hinauf. Zwar wusste ich, dass die Zeit, die ich mir vorgenommen hatte, nicht mehr zu erreichen war. Aber das war für mich nicht wichtig. Wichtig war einfach ins Ziel zu kommen und nicht so kurz vorher zu scheitern. Nach 13 Stunden und 29 Minute überquerte ich die Ziellinie - überglücklich es geschafft zu haben. Einige Freunde empfingen mich euphorisch. Es war einfach ein super Gefühl! Meine Freundin führte lange Zeit in der Damenwertung, musste allerdings aufgrund der Vorwoche (krankheitshalber) viele Federn lassen. Doch das lange Kämpfen lohnte sich: Sie finishte nach 15 Stunden und 52 Minuten als eine von sechs Damen, die ins Ziel kamen. |