Links | Impressum | AGBs

Bike-Sport > Verein > News > Eine Top der ander Flop.  

Ein Rennen zum Entspannen

Trotz meines nicht existenten Trainings aufgrund einertemporären Lebensumstellung, auch Bachelorarbeit genannt, meldete ich mich mitmeinem Onkel zum 2er-Teambewerb über 6 Stunden an. Unsere Vorbereitungenkonnten unterschiedlicher kaum sein. Während Toni bereits Wochen zuvor Kilometerfraß, seine Form beim Mondsee Radmarathon testete und aufgrund derVorjahresergebnisse die Sieg-Taktik im Kopf wälzte, versuchte ich verzweifeltin der Woche vor dem Rennen mit Kraftakten und Harakiri-Fahrten gerade noch soviel Kondition aufzubauen, um das Rennen zu überstehen. Beim gemeinsamenEinrollen zwei Tage vor dem Rennen fühlte sich aber alles gut an, die Vorfreudestieg und der Muskelkater war noch nicht zu spüren.

Ein Knick im Stimmungshoch folgte frühmorgens am Renntag.Nein, nein. Kein schlechtes Wetter. Und auch keine Rennabsage. Die (zuvor nichteinsehbare) Starterliste ließ unsere noch müden Augenlider nach oben schnalzen.Rund 90 Teams hatten für unseren Bewerb genannt und mitnichten keineNasenbohrer. Pichler Peter, vor kurzem noch Profi, startete mit Mair Thomas(ehemaliger Gewinner unseres Sensenschmiedekriteriums). Dazu nochEx-Staatsmeister, die gesamte regionale Elite, ÖSV-Kombinierer (Stecher,Bieler), -Biathleten (Landertinger, Pinter, Mesotitsch), -Snowboarder (Karl),RAAM-Starter Gerhard Gulewicz und das Tschechische Biathlon-Nationalteam. Undspätestens als auch der immer optimistische Toni unser Ziel auf eineTop-Ten-Platzierung zurückschraubte, wurde mir angst und bang.

Wie sich das aber für einen Berger-Schauer gehört, wird trotzder aussichtslosen Situation gefahren, was das Zeug hält. Nach Runde eins (undrund 42km/h Schnitt) reckte Toni aus den vordersten Reihen des Feldes denDaumen nach oben. Eine Runde später wechselten wir und ich durfte bei meinemersten richtigen Rennen heuer (lt. meinem Bruder zählen Enduro-Rennen zurKategorie der "Mit-dem-Fahrrad-zum-Würstelgrillen-Events") die Nase in den Windhalten. Ganz ehrlich, die erste Runde war ein Geschenk. Ich fühlte michprächtig, hielt mich ans Hinterrad von Mario Stecher (den einzigen Prominentenden ich erkannte) und machte im Anstieg etliche Positionen gut.

Eine Toni-Runde später sah die Welt anders aus. Durch denWechsel verlor ich viel Zeit und noch mehr Speed, kämpfte mich vor dem erstenAnstieg aber noch an die Spitzengruppe heran. Rechtzeitig um hautnahmitzuerleben, wie Mair Thomas seine Kraftwerke aktivierte und die Gruppesprengte. Wer die Schmierer um Grieskirchen kennt, weiß wie weh diese bei hohemTempo tun können. Ich hielt rein, glaubte meine Oberschenkel explodieren zuhören, war aber einer der wenigen Glücklichen, die mit von der Partie waren.Kurz durchschnaufen und Füße auslockern denn der richtige Anstieg kommt erstnoch. Wie erwartet folgte dort die nächste Attacke und ließ die riesige Gruppeauf ein Grüppchen zusammenschmelzen. Und wer hätte das gedacht: ich, wenn auchmit viel Zähneknirschen, noch vorne mit dabei. Eine weitere Runde konnteabgehakt werden, nach dem Anstieg passiert nicht mehr viel. Dachte ich.

Beim Zurückrollen von Bad Schallerbach nuckelte ich aufeinem geraden Flachstück genüsslich, und ob der erbrachten Leistung sehrzufrieden, an meiner Trinkflasche, als mich mein Vordermann ziemlich plötzlichaus der Idylle riss. Auf einem mit dem Lineal gezogenen Straßenabschnitt schluger grundlos einen Haken nach links und nahm bei rund 50km/h mein Vorderrad mit.Ich brauchte die ganze Straße um das Rad abzufangen und kam auf der anderenStraßenseite zum Stillstand. Dass Reibung - vor allem bei hoher Geschwindigkeit- Hitze erzeugt, merkte ich an Armen und Beinen. Auch mein Fahrrad wurde vomAsphalt kräftig zusammengerubbelt und der Umwerfer lädiert. Weiterfahren war nichtdrinnen. Hinter mir sah die Sache nicht besser aus. Zwei Fahrer konnten nichtmehr weiterfahren, einer davon brach sich einen Finger und knackste dasHandgelenk an. Mitten in der Pampa, ohne Handy und mit kaputtem Rad marschierteich einfach Richtung Grieskirchen los. Wenige hundert Meter weiter sprang beimeinem Anblick ein Anrainer sofort von seinem Gartenstuhl ins Auto und erspartemir so einen 5km-Fußmarsch.

Wäre ich allein unterwegs gewesen, wäre an dieser Stelle dasRennen (und der zu lange Bericht) zu Ende. Mit Mister Optimismus alias AntonBerger-Schauer sah die Sache aber anders aus. Er setzte mit einer RundeRückstand die Kurbelei in der Spitzengruppe fort. Da ich wusste, wie schnellgefahren wurde und ich ihn die restlichen drei Stunden nicht auf der Streckegrau werden lassen wollte, holte ich mein altes, sackschweres Carrera-Rennradaus dem Auto und klinkte mich wieder ins Renngeschehen ein. Am Ende erradeltenwir - also hauptsächlich Toni - immerhin noch 10 Runden (215 Kilometer), wasPlatz 51 von rund 90 Teams bedeutete. 41 Plätze von unserem Mindestzielentfernt und Ansporn genug, es nächstes Jahr nochmals und vor allem besser zuversuchen.

Komplett anders und darum viel besser lief es für MichiMandlbauer. Sie trat als Solokämpferin über 6 Stunden an und erradelte sich miteiner souveränen Leistung den zweiten Platz. Von Zeit zu Zeit trafen wir unsauf der Strecke und ich musste feststellen, dass sie oft kein leichtes Loshatte: selbst in großen Gruppen mit sonst nur Männern spielte sie Lokomotiveund gab die Pace vor. Nach dem Sieg beim Mondsee Radmarathon eine tolle Saisonfür Michi - ich hoffe es geht weiter so!

[christoph]

Start: Toni in Front.


Runde 1: Toni vorne dabei.


Warten, warten, warten.


Aber da bin ich nicht der Einzige.


Ab geht die Post.


Wird Zeit für neue Vereinsbekleidung.



Zurück
pic58
pic28
pic43
pic31
pic57
pic26
pic56
pic42
pic55
pic29
pic54
pic30
pic53
pic24
pic52
pic25
pic51
pic32
pic50
pic20
pic49
pic41
pic48
pic40
pic47
pic23
pic46
pic19
pic45



BIKE-SPORT
Kaspar-Zeitlinger-Straße 28
(vormals Gradenstraße 9)


4563 Micheldorf

Mo - Sa 09:00 - 12:00 Uhr
Mo - Di 14:30 - 18:00 Uhr
Do - Fr 14:30 - 18:00 Uhr
Mi+Sa Nachmittag geschlossen



Tel. 07582/61314 od. 0660/4990209
Fax. 07582/61314

(c) Bike-Sport, 2008 (Impressum)| programmed by NYX | powered by bikeboard.at