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Erster Platz beim Vulkanland-Radmarathon

Vulkanland-Radmarathon? Sagt wohl im Kremstal keinem etwas. Ja, mein Lebensmittelpunkt hat sich etwas in den Süden verschoben und damit auch meine Auswahl an Rennen. Veranstaltungen zB im Mühlviertel sind jetzt eine halbe Weltreise, wohingegen Kräftemessen in der Südoststeiermark gleich um's Eck sind.

Trotz der langen Anreise fanden sich im ca. 150 Mann (und Frau) großen Feld auf der kurzen Distanz auch starke Fahrer aus Salzburg, Wien und Oberösterreich. Darunter gleich eine Abordnung von fünf Startern vom RC Pyhrn Priel. Mein Onkel war einer von Ihnen, nämlich jener, der den Rennverlauf sehr interessant gestalten sollte.

9:30 Uhr: Startschuss zu 62 hügeligen Kilometern gespickt mit Rampen, teilweise über 10% Steigung. Meine Position am Start - diesmal in der ersten Reihe - passte perfekt. Der erste steile Anstieg nach weniger als zwei Kilometern tat trotzdem extrem weh. Die Muskeln noch kalt und die Beine schwer teilte sich das Feld gleich. Ich kam als Zweiter oben an. In der Abfahrt lief dann wieder eine größere Gruppe zusammen. Das selbe Spiel wiederholte sich fünf oder sechs Mal während dem Rennen.

Toni, ungeduldig wie immer, startete bereits nach 10 Kilometern einen Ausreissversuch. Während er gut 100 Meter vor dem Feld herfuhr, versuchte sein direkter Konkurrent im Consul Cup alles, um wieder an ihn heranzufahren. Ich nahm in der Zwischenzeit die Beine hoch und sah mir das Spielchen an. Erst drei Hügel weiter holten wir Toni ein, der sich gleich auf dem Weg zu weiteren Attacken machte.

Wirklich entschieden wurde das Rennen erst am letzten Hügel. Toni und ein zweiter Fahrer attackierten. Ich hielt mich bis zum steilsten Stück zurück und machte dann kräftig Meter. Oben angekommen waren nur mehr sechs Mann über. Schnell organisierten wir einen Kreisel und ratterten die letzen acht Kilometer mit Tempo 40+ nach Feldbach. Die große Gruppe dahinter hatte keine Chance mehr an uns heranzukommen.

Da ich mich heute wirklich großartig fühlte, setzte ich mich einen Kilometer vor dem Ziel an die Spitze und riss ein Loch zu meinen Mitstreitern. Eine Baustelle und die Ortsdurchfahrt von Feldbach begünstigen dann noch mein Vorhaben. Ich war mir nicht ganz sicher ob ich einen derart langen Sprint durchhalten konnte. Aber jedes Mal wenn ich unter dem Sattel zurückblickte, waren meine Verfolger nicht näher gekommen. Ich freute mich und schaltete einen Gang höher. Mit ein paar Sekunden Vorsprung sicherte ich mir den ersten Platz beim Vulkanland-Radmarathon. Zum ersten Mal hatte ich auch Zeit meinen Reißverschluss zu schließen und die Hände nach oben zu strecken. Tanja meinte sogar, dass mein Sieg etwas zu leicht ausgesehen hat. Ein komplett falscher Eindruck der da entstanden ist.

(christoph)


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