G

newsbild

MTB City Challenge Waidhofen an der Ybbs

Zu einem Rennen der etwas anderen Art machten sich Peter und ich am Freitag, 12. August, nach Waidhofen an der Ybbs auf. "Ein Mountainbike-Rennen der Extraklasse!" wurde uns auf der Homepage angekündigt und ca. 120 Biker bei der Premiere erwartet. Schon bei der Hinfahrt sinnierten wir was uns wohl erwarten würde. Von einigen Hindernissen war auch die Rede, das ließ uns natürlich nicht unbedingt entspannter nach Waidhofen tuckern.

Bei unserer Ankunft in Waidhofen war die Strecke allerdings noch nicht fertig aufgebaut und erkennbar. Wir folgten anderen Fahrern durch enge Gassen, vorbei an Gastgärten, durch endlose Stufenpassagen und über einen Lastwagenanhänger, bei dem die Rampe gerade noch fest geschraubt wurde. Kurz vor Beginn des ersten Vorlaufs wurden dann noch zwei Holzwellen aufgestellt und deren Position sowie Anfahrt noch zig mal justiert. Im ersten Vorlauf waren wir nur Zuseher und konnten uns davon überzeugen, dass die Holzwellen wirklich die Schlüsselstellen waren. Dieses Hindernis war eines der wenigen Indizien, dass die Veranstalter noch Newbies sind: die Rampen wurden zu spät fertig, der Start musste deswegen verschoben werden und während des Rennens wurden die "Fluchtwege" links und rechts sukzessive durch Sperrgitter, Stopptafeln und Seile blockiert. Natürlich fand sich wenig später ein Fahrer im Seil wieder und wunderte, dass er vor einer Runde hier noch problemlos passieren konnte.

Aufgrund der Startliste (wenig bekannte Namen) und dem Tempo im ersten Vorlauf, erwarteten wir ein eher, sagen wir mal, entspanntes Tempo für den zweiten Quali-Lauf. Es galt unter den besten 15 zu sein, das sollten wir doch schaffen. Den Start verpennten Peter und ich dann aber brutalst und fanden uns nach Runde 1 um Platz 15 wieder. Sogar Fahrer mit 160mm Federweg+ hatten sich vor uns platziert. Zwei Runden machte Peter vor allem auf den Geraden gutes Tempo, ehe ich mich aus seinem Windschatten an die Verfolgung der Spitzengruppe machte. Drei Runden später sah ich mir das Rennen von vorne an, musste aber einige Körner lassen um den Rückstand vom Start zu schließen und war mir nicht sicher ob das eine gute Idee war. Währendessen fuhr Peter hinten um Pos. 6 ein kontrolliertes Rennen und so qualifizierten wir uns beide dann für den Finallauf um 21.45 Uhr.

In der langen Pause zum Finale legten wir unsere ToDos für fest: nicht den Start vertrödeln, hart in die erste Kurve gehen und mit einem extrem hohen Tempo rechnen.

Pünktlich starteten die besten 30 Fahrer dann am nächtlichen Stadtplatz. Waidhofen präsentierte sich wirklich von der besten Seite: tolle, extrem spektakuläre Strecke, neuralgische Punkte waren ausgeleuchtet und an der langen Stiegenpassage (die mit ca. 35-40km/h passiert wurde) waren eine ganze Menge Zuseher. Überall wurde man kräftig angefeuert und Walter Ameshofer machte als Moderator kräftig Stimmung.

Der Start war für mich wie ein Deja-vu vom Vorlauf: etliche Fahrer vor mir, die eigentlich nicht vor mir sein sollten und ich an Peters Hinterrad. Diesmal wusste ich allerdings, dass ich mir nicht zu lange Zeit lassen sollte, um zur Spitzengruppe aufzuschließen und so sprintete ich bereits in Runde eins fast bis ganz nach vor. Peter hatte leider etwas Mühe mir zu folgen und wurde anschließend in den engen Gassen auch noch von langsameren Fahrern behindert. In Runde 3 führte ich das Feld an und lies die Tempozügel etwas locker. Nach Runde 5 kam die Glocke, ab nun schieden pro Runde immer die letzten zwei Fahrer aus - bis die letzten 15 übrig blieben. Ab nun wurde richtig Tempo gemacht und innerhalb weniger Runden waren wir nur mehr zu viert an der Spitze. Auf den letzten vier Runden hatte ich dann ca. so viele Schrecksekunden wie sonst in einer ganzen Rennsaision. Mein rechtes Pedal war schon etwas mitgenommen und so rutsche ich raus als ich im Anstieg attackieren wollte; ein weiteres Mal segelte ich zu weit über die Lastwagenrampe und stand mit Müh und Not den Sprung ins Flache; und die Kettenklemmer am Ende der Stiegenpassage häuften sich.
So geschah es dann auch bei meinem Konkurrenten, dem nach der Stiege die Kette komplett auf den Boden fiel und sich somit ein Führungstrio entwickelte. Das Tempo extrem hoch und jeder am Limit wusste leider keiner von uns so wirklich über die Rundenanzahl (mangels Anzeige) bescheid. Ich fuhr zwei Runden von vorne, da ich mir dachte, dass es die letzten sein müssten. Leider stellte sich dann heraus, dass die darauffolgenden Runde die letzte war und ich hatte einfach schon zu viel Pulver verschossen und in der Zielkurve nochmals einen Kettenklemmer.
Peter fuhr beinahe das gesamte Rennen alleine, verpasste den Anschluss zu Spitzengruppe nur knapp und finishte stark als 9.

Unser Fazit: ein absolut geniales Kriterium, bei dem nach anfänglicher Skepsis ein dickes Grinsen nicht von unseren Gesichtern weichen will. Die Siegerehrung im Kristallsaal im Schloss Waidhofen war noch das Tüpfelchen auf dem I und wir wären gerne noch zur After-Race-Party geblieben, wenn die Zeiger nicht schon be 23:30 Uhr gestanden wären. Für Peter und mich das Race-Hightlight dieses Jahres und für nächstes Jahr nehmen wir uns ein Zimmer um auch bei der After-Race-Party dabei sein zu können.

Ich hoffe, dass auf www.mtbcc.at noch gute Fotos folgen, meine sind leider etwas bescheiden.

(christoph)

Zurück