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Herbst im Sommer

Wenn wir eines bei BikeSport-Ausfahrten gelernt haben, dannist es sich nicht vom Wetter aufhalten zu lassen. Darum pilgerten trotzhundsmiserabler Wettervorhersage nicht weniger als 28 BikeSportler nach Ischgl.Die zweite Auflage des Trailsurfens wollte sich niemand entgehen lassen, auchwenn manche lieber auf grobstolligen Schuhen die Wege im Paznauntal unsichermachten.

 

Tanja, Sabrina, Georg, Edapeda, Heli und ich reisten schonein paar Tage früher an, um für die anderen schon mal abzuklären, ob wirklichjedes Fleckchen um Ischgl regengetränkt ist. Ergebnis: absolut! Nass gibt'shier überall. Und kalt. Aber davon ließen wir - zumindest zum Großteil, mancheiner war lieber Stadtführer für weibliche italienische Touristen - nichtabhalten.

 

Aufgestiegen wurde abwechselnd per Gondel oder mitKurbelkraft. Hieß es selbst treten, dann war eigentlich immer die unheimlichnette Friedrichshafener Hütte das Ziel. Bei drei Besuchen in einer Woche fragtesich der Wirt sicher schon ob wir denn nichts anderes kennen, aber bei derflotten Apfelkuchen-Bestellung machte sich unser neugewonnenes Insider-Wissenbekannt.

 

Heli, der erst letztes Jahr in Saalbach seine Jungfernfahrtmit dem Bike in einer Gondel unternahm, zeigte sich auch heuer tapfer als wir ihmeine erneute Premiere bescherten: nach der Gondelfahrt stiegen wir gleich nochmit den Rädern in den Sessellift. Auch wenn's manchmal bei Windböen nicht soausgesehen hat: alle Bikes haben den Aufstieg mit uns geschafft. Der Weg nachunten war natürlich noch schöner und ließ bei manchen die Kreativität sprudeln:Die Namenskreationen "Murmeltier-Trail" und "Vinyl-Trail" wird man in keinerKarte finden.

 

Die Trails um Ischgl sind hart und schwer. Das mussteneinige Trailsurf-Anhänger feststellen. Evelin zog ihrem Bernhard vorsorglichSkate-Protektoren über, die er nicht einmal beim Bergauf-Schieben ablegendurfte. Dem überzeugten und sonst so souveränen Hardtail-Fetischisten Wolfgang klappertenam Ende des Tages ordentlich die Zähne. Edapeda suchte ungewollt Abkürzungendurch den Lawinenschutz-Wald. Heli katapultierte sich gut 20 Meter vom höchstenHang Ischgls. Aber niemand reizte die Trails mehr aus als Christoph Ernst. Erholte ohne Frage das Maximum heraus und nahm sich als Souvenir gerisseneSchulterbänder und ein verschobenes Schlüsselbein mit nach Hause. GuteBesserung an dieser Stelle, Christoph!

 

Das mag jetzt alles sehr furchtbar und gar nicht nach Urlaubklingen. Die Biker in den blau-orangen Dressen scheinen aber genau solcheAufenthalte zu brauchen. Denn nach vier Tagen Regen und fordernden Trails wardie Motivation höher denn je. Christoph Ernst kann seine Comeback kaum erwartenund Heli rüstet Teleskop-Sattelstütze und Kettenführung nach, damit er nochmehr "Enduro" wird und Markenkollegen Jerome Clementz materialtechnisch innichts mehr nachsteht.


Für nächstes Jahr gibt's wieder etwas leichtere Trails - versprochen! Ein Erlebnis war's aber auf alle Fälle. Und wenn wettertechnisch können wir noch immer sagen: Daheim hat's nur geregnet, bei uns hat's wenigstens geschneit!


(christoph)

























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