Trainingslager Fuerteventura |

Trainingslager Fuerteventura 2011
Der Bericht ist leider etwas länger geworden, darum für alle die wenig Zeit haben das Fazit zuerst ;)
Fazit: Mit Sicherheit das perfekteste Trainingslager, dass ich bis jetzt erlebt habe. Sorglos Wetter: immer 20-25° und Sonnenschein. Tolle Straßen und sehr wenig Verkehr (auch auf den Hauptverbindungen). Die Insel hat die ideale Größe für ein Trainingslager - Caleta ist ein Top-Ausgangspunkt. Der Radverleih von Volcano Bikes ist jedem zu empfehlen!
Um die ersten Sonnenbrände und Kilometer dieses Jahrs zu ergattern, machten sich Josef Zechner, Andi, Sonja und Manuel Pröll, Mathias Aigner, Tanja Roschitz und Georg und Christoph Berger-Schauer auf per Flugzeug in das (von München) ca. 4 Stunden entfernte Fuerteventura. Unser Quartier bezogen wir im Hotel Broncemar Beach im Ort Caleta de Fuste (auf der Nord-Süd-Achse der Insel gesehen sehr mittig; an der Ostküste der Insel) - und zwar jeder in seinem eigenen, geräumigen Apartment. Zwei Stunden nach Ankunft stellte uns Ralph von Volcano Bikes unsere Räder gratis vor die Hoteltür. Und so ging es kurz darauf, ob Schlafentzug und Reisemüdigkeit, die ersten Kilometer auf den Straßen der Kanaren-Insel. Voll motiviert und froh die Bewegung des Tretens nicht verlernt zu haben, machten wir uns einen gemütlichen Abend im Hotel.
Nach ausgiebigem englischen Frühstück, bei dem sich beinahe keiner Speck und Nuggets anrühren traute, sattelten wir zur ersten längeren Etappe. Diese führte uns über das Landesinnere, teils mit knackigen Anstiegen in die nördlichste Stadt Corralejo. Beim gemütlichen Mittagessen im Hafen sahen wir der Fähre beim Ablegen nach Lanzarote zu (ca. 35min Fahrtzeit). Anschließend ging's durch die Dünenlandschaft an der Ostküste entlang zurück gen Quartier. Kurz vor Puerte del Rosario (Hauptstadt) splitteten wir uns auf: Zecki fuhr auf direktem Weg zurück ins Hotel, Georg und Mathias machten mit uns noch einen kleinen Umweg und verfuhren sich anschließend etwas in der Hauptstadt und Andi und ich probierten die erste und letzte Nebenstraße in diesem Urlaub: eine Asphaltstraße, die nach wenigen Metern bereits zu einer Schotterfahrban wurde, führte uns direkt in die Pampa, vorbei an einer Hundezucht mit ca. 50 Kötern an Ketten, die der Anblick von uns zwei Hundefreunden wohl nicht sehr erfreute. Mit dem Herz in der Hose fanden wir dann wieder festen Asphalt und den Weg heim. Ergebnis: ca. 135km - je nach Route - und mehr Höhenmeter als wir alle geschätzt hätten. Sonja, Manuel und Tanja machten in der Zwischenzeit die Trails rund um Caleta mit den Bikes unsicher.
Tag drei führte uns in den Süden nach Costa Calma. Die 55km legten wir in weniger als zwei Stunden zurück, immer 45 bis 50km/h. Wir dachten schon das Hotelfrühstück bekommt uns sehr gut. Bis wir in Costa Calma umdrehten und sich die Insel namentlich vorstellte: fuerte ventura = starker Wind. Plötzlich kamen wir über 25km/h nicht mehr hinaus, tendenziell eher weniger. In La Pared (das über keine Asphaltstraße verfügt) kehrten wir in ein Panorama-Gasthaus ein, wo sich jeder in Hinblick auf die strapaziöse Rückfahrt mit einem Rumpsteak stärkte. Da ich zum Großteil die Navigation über hatte, einige Straßen jedoch nicht finden konnte - vielleicht war ich auch zu sehr mit dem Wind beschäftigt - glich unser Rückweg Schlangenlinien auf unserer Karte. Das traute ich mich aber meinen ausgepowerte Mitstreitern zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen. Wieder ca. 135km (gefühlte 200!).
Den nächsten Tag ließen wir etwas entspannter angehen. Wir fuhren quer über die Insel nach Los Molinos, an der Westküste. Ein Rießenfleck auf unserer Karte - 4 Häuser in Wirklichkeit. Gott sei dank, darunter auch ein Gasthaus, bei dem wir uns stärkten und dem Meer zuschauten. Sehr schöne Bucht. Tageszähler: ca. 80km.
Heute stehen Berge am Programm! Endlich. Bisher hatten wir ja nur Höhenmeter im flachen Geländer errungen! Bis Pajara radelten wir gemeinsam (teilweise in Begleitung von einem braungebranntem österreichischen Pensionisten, Wohnsitz: Fuerteventura). Dort trennten wir uns von Zecki, mit den Mahnungen, dass er auf sich aufpassen solle. Uns führte noch ein 20km langer Abstecher nach Ajuy an der Westküste und wieder retour nach Pajara. Von dort geht wohl der schönste Anstieg dieses Planeten nach Betancuria. Selten haben wir eine so schöne Straße mit derartig angenehmer Steigung und atemberaubenden Ausblicken gesehen. Extrem empfehlenswert! Kurz nach Betancuria ging es dann noch auf den höchsten Punkt, wo wir uns wieder mit Zecki trafen. Dieser hatte ein paar Hautfetzen auf dem Weg gelassen, dafür seinen Daumen aufgepumpt. Wenn man den Herrn Zechner mal alleine lässt! Die Abfahrt war dann eigentlich wie Motorradfahren. So einfach hatten wir uns unsere Bergetappe nicht vorgestellt. Tachostand: ca. 100km.
Da Andi's Bruder (Pröll Martin) heute einen Marthon-Testlauf absolvierte, entschieden sich Andi und Zecki (mit dem geschwollenen Daumen) ihn zu begleiten. Mathias, Georg und ich fuhren nach Cortillo (im Nordwesten der Insel) um dann bei der Rückfahrt die Express-Straße an der Ostküste zu nehmen. Eine gemütliche Ausfahrt mit ca. 110km.
Leider schon die letzte Ausfahrt führte uns bis nach Cardon (Zecki schickten wir schon ein paar Kilometer früher in die Berge) und von dort entlang der militärischen Sperrzone, teils über steile Rampen, aber schöne Gegenden, in das uns bereits bekannte Pajara. Natürlich wollte sich niemand den traumhaften Anstieg nach Betancuria entgehen lassen, weshalb wir auch diesen kurzerhand noch in unsere Tour einpackten. Sehr zufrieden mit unserem Trainingslager hüpften wir noch kurz ins Meer, gaben anschließend die Räder wieder bei Ralph ab und freuten uns bei Sonnenschein auf -15 Grad Celsius zu Hause.
(christoph)
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